Fitness-Training für die Seele

Wie "inner strength" im 3. Lebensabschnitt helfen kann

Was ist gemeint, wenn wir „inner strength - innerer Stärke“ sprechen? Beschreiben wir damit jene Kraft, die uns mit den Umbrüchen im Leben gut zurechtkommen lässt? Ist es die innere Fähigkeit oder vielleicht auch nur die innere Haltung, die uns die gelungene Anpassung an Veränderungen ermöglicht? Oder sehen wir dabei lediglich eine gewisse Ergebenheit in das Schicksal. Ist es schlicht und einfach etwas, was dem einen besser und dem anderen schlechter gelingt.


Ich denke, dass es sich um eine gelungene Mischung aus seelischer Kraft, einer inneren Haltung und aus einer gewissen Gelassenheit, einer Art Ergebenheit, das Schicksal anzunehmen, handelt.

Die aktuelle Literatur spricht dabei auch von Resilienzfähigkeit. Der Begriff „Resilienz", ein technischer Begriff aus der Werkstoffkunde, beschreibt Stoffe, die nach schwerer Belastung und Deformierung wieder unbeschädigt in ihren früheren Zustand zurückkehren.

Auf die psychische Ebene übertragen, bedeutet eine hohe Resilienz eine große seelische Widerstandskraft. Sie lässt uns Krisen gut bewältigen und schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beschädigung überstehen. Resiliente Menschen können belastenden Situationen leichter etwas entgegensetzen.

Der Begriff „innere Stärke“ meint auf der einen Seite genau diese Kraft, die uns Krisen überstehen und vielleicht sogar noch gestärkt daraus hervorgehen lässt. „Innere Kraft“ meint aber nicht nur die Elastizität bei der Anpassung, sondern auch Gestaltungsfähigkeit, jene Fähigkeit die uns vom „Opfer der Umstände“ zum "Gestalter unseres Lebens" macht. Und das, bei schwindende Kräften und Fähigkeiten, auch noch in höherem Alter?

Wie gehen wir mit dieser „inneren Stärke“ um? Betrachten wir sie als Ressource, die uns auch den 3. Lebensabschnitt gut gelingen lässt? Pflegen wir diese Stärke, trainieren wir sie genauso ausreichend wie unser Gedächtnis, unsere Muskeln und unser Herz-Kreislauf-System?


Ich bin nicht überzeugt, ob dieses „Seelentraining“ einen ähnlich hohen Stellenwert genießt, wie das körperliche Fitness-Training oder das Mentaltraining, das unser Gehirn jung erhält. Ich meine, dass die Notwendigkeit auch unsere Psyche zu trainieren um den Belastungen im Alter stand halten zu können, ist in unseren Köpfen (noch) nicht stark verankert.

Dabei wird die innere Stärke mit fortschreitendem Alter zunehmend wichtig. Sie ist neben der guten Ernährung und des körperlichen Trainings jener Faktor, der uns das Leben im 3. Abschnitt bis ins ganz hohe Alter gut gelingen lässt.


Der 3. Lebensabschnitt ist von vielen Veränderungen geprägt. Auch wenn wir jetzt, als „junge Alte“ glauben, wir haben den großen Stress und Druck hinter uns gelassen, weil alle Schulden bezahlt, die Kinder gut versorgt im Leben stehen und wir dem Beruf nun auch den Rücken gekehrt haben, liegt dennoch keine „ruhige“ Zeit vor uns.

Die Veränderungen betreffen nun hauptsächlich uns selbst und werden oft auch als existenziell bedrohlich empfunden. Es beginnt damit, dass wir spüren, dass wir älter werden und wir körperlich nicht mehr ganz so leistungsfähig sind. Vor uns steht aber auch noch die Bewältigung des Verlusts des Partners oder die Verminderung und dauerhafte Einschränkung der Gesundheit und der Mobilität, eventuell auch noch ein unfreiwilliger Wohnortwechsel. Das sind ganz große Aufgaben. Menschen mit großer innerer Stärke und hoher Widerstandskraft schaffen den Sprung über diese größten Hürden bei der Anpassung an die neue Lebenssituation leichter, besser, für sie zufriedenstellender. Am Ende des Lebens unterscheiden wir uns im Wesentlichen nur mehr darin, ob wir den Tagen bis zuletzt Freude, eine gewisse heitere Gelassenheit abgewinnen können, oder ob wir in Traurigkeit, Verzweiflung, Einsamkeit, in einer Depression versinken. Und es liegt nicht nur in den äußeren Umständen, wie wir unser Leben erleben.


Die innere Stärke macht den Unterschied im Erleben. Die Fähigkeit, den Augenblick achtsam zu erleben. Das Wissen darum, dass glücklich sein eine persönliche Entscheidung ist und nicht so sehr von den äußeren Umständen abhängt. Die Dankbarkeit für das, was gewesen ist, die mild lächelnde Rückschau auf das gelungene Leben, die ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst und die Beibehaltung der Gestaltungsfähigkeit bis zuletzt. Die dann nicht mehr im Großen liegt, sondern vielleicht in den kleinen Dingen, denen wir Beachtung schenken, die wir behalten können, weil sie unser Leben schöner und reicher machen. Und die Klarheit darüber, wer ich bin.

Eine gut gestärkte Psyche hilft uns, unser Leben – unabhängig von den äußeren Umständen - reicher zu gestalten. Weil wir im Trainingsprozess gelernt haben, uns selbst nach Bewältigung von Tiefen uns in heiterer Gelassenheit und Zufriedenheit wiederzufinden.


Wie kann nun so ein „Trainingsprogramm“ ausschauen, was sind die „Trainings-Felder“?

  • Achtsamkeitsübungen

  • Dankbarkeitsrituale

  • Die eigene Befindlichkeit durch tägliches Schreiben reflektieren

  • Bewegung

  • Gesunde Ernährung

  • Sich in Gelassenheit üben

  • Müßiggang entdecken

  • Gespräche mit guten Freunden, dem Partner oder einem Begleiter/Berater auch über sich selbst, seine Gefühle, seine Wünsche und Ziele führen

  • Erkennen, wer ich bin und was mir wichtig ist

  • Freude, Glück, Zuversicht, Vertrauen ins Leben lassen

Die Liste der Trainingsfelder für "inner Strength" ließe sich noch erweitern. Aber die Gefahr, in der Fülle der Themen unterzugehen und gar nicht zu beginnen, ist groß. Darum empfehlen wir: machen Sie sich einen gezielten Plan.

Wir von 55plus Coaching unterstützen Sie gerne dabei, kommen wir ins Gespräch: praxis@55plus-coach.com oder 0664 4101617



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