Under pressure

Aktualisiert: Juni 7

Straffe Muskeln, keine Falten. Mit Ü60?


Plädoyer für den Ausstieg aus dem "for ever young" Wahn!


Einfach jung bleiben“ – das scheint so einfach: ein bisschen mehr Bewegung, ein paar Vitalstoffe zu sich nehmen, den Stress ausradieren, einfache mentale Techniken lernen, und dann können Sie

sich nicht nur 20 Jahre jünger fühlen, sondern auch so aussehen. –

Das steht in einem viel beachteten Buch aus dem Jahr 1999 „For ever young“ von Dr. Ulrich Strunz. (www.strunz.com)

Mir scheint, Menschen ab dem Jahrgang 1940 ev. noch früher, wurde eingetrichtert, dass sie sich selbst und ihren Körper überlisten können. Wenn Sie nur genug dafür tun. Und damit natürlich bereits in jungen Jahren beginnen.

Wenn ich da so lese: Laufen Sie sich jung! Essen Sie sich jung! Denken Sie sich jung!

Nichts ist unmöglich, man kann dem Leben locker 20 Jahre abringen – mit 60 wie 40 sein.

Das klingt so verführerisch. Deshalb konnte auch ein riesiger Markt um diesen Gedanken herum entstehen: Nahrungsergänzung, Faltenbehandlung mit Botox, Diätpläne, Wellness-/

Fitness-Urlaub, Schönheitschirurgie, ….. Für die, die sich das alles nicht so gut leisten können, gibt es ähnliche Angebote in den angrenzenden Billig-Lohn-Staaten. Da erhalten die Damen und Herren dann die Falten-Entfernung zum ½ Preis. Auch mit schmälerer Geldtasche konnte man dabei sein.


Und überhaupt, es war doch nur eine Frage der eisernen Disziplin. Wenn man es schafft,

all die guten und gutgemeinten Ratschläge zu befolgen, ist der Erfolg garantiert. Das suggeriert uns die Werbung. Und es gelingt auch bei durchaus kritischen, selbstbewussten Konsumenten, diese Botschaft anzubringen: wenn du nicht mindestens 10 Jahre jünger ausschaust, als du bist, warst du wahrscheinlich undiszipliniert.


Und meine lebenslangen Ängste, nicht dem Ideal entsprechen, haben eine gute Chance mit 60+ weiter zu bestehen. Aus dem „nicht schlank genug“, „nicht schön genug“, „nicht erfolgreich genug“ ist nun ein: „nicht mehr jung genug“ geworden. Und jetzt habe ich das alles wirklich satt!


Dabei habe ich mich ein Leben lang bewegt, hab versucht, gesund und nicht zu viel zu essen, hab mit dem Rauchen aufgehört und doch einige Euros in Gesundheits-Urlaube, Botox-und Schönheits- Behandlungen, Fitness-Coaches, Mental-Trainer, Diät-Bücher und

Nahrungsergänzung investiert.

Und immer habe ich meine Freundinnen beneidet, denen das „jung ausschauen“ wesentlich

besser und offensichtlich auch müheloser gelungen ist.


Aber ich bin dabei mich zu befreien: der erste Schritt war aus dem unendlichen Kreis des

Haare färben auszusteigen. Mit dieser Entscheidung habe ich ca 2 Jahre gerungen, Corona

und die fallweise Unmöglichkeit zum Friseur zu gehen, haben es nun hervorgebracht: Ich trage grau.

Meine Befreiung bitte nicht falsch verstehen: natürlich achte ich auf meine Gesundheit, ich genieße die Bewegung, das Gehen im Wald, meine Yoga-Übungen, die mich meinen Körper spüren lassen. Und ich genieße sogar die Übungen, die mir meine Physiotherapeutin ans Herz legt, um Verspannungen, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen, hintan zu halten. Ich rauche nicht mehr, ich ernähre mich gesund, esse aber hauptsächlich das, was mir schmeckt.

Ich trinke Wein, meistens mehr als das „erlaubte Achterl“ in der Woche. Und hin und wieder

Gibt es lange Abende im Gespräch mit Freunden, wo von gesund nicht die Rede sein kann: üppiges, vielleicht sogar fettes Essen, kalorienreich mit Dessert und Käse zum Abschluss, einige Flaschen Wein werden in der Runde geleert, vielleicht sogar 1 bis 2 Gläschen Grappa – zur besseren Verdauung.

Und dann ist der nächste Tag einfach ein genussvoller fauler Tag. Ohne Bewegung, mit einem guten Buch auf der Couch. Vielleicht auch mit ein bisschen Kopfweh.


Ich kaufe keine Anti-Aging-Vitamine, -zusatzstoffe,-cremes oder sonstiges mehr. Ich habe einfach aufgehört, jünger sein zu wollen, als ich bin. Ich habe mich von dem unendlichen, lebenslangen Druck befreit, diszipliniert daran zu arbeiten, einem erträumten Bild von mir zu entsprechen, in der Hoffnung, mehr geliebt, mehr bewundert zu werden.


Und es stört mich nicht mehr, wenn man mir mein wahres Alter ansieht. Auch wenn die

gleichaltrigen Freundinnen immer noch deutlich jünger ausschauen. Ich habe gelernt, mich

zu nehmen wie ich bin. Und dafür bin ich dankbar!


Und ich kann diese Haltung nur weiterempfehlen.


Kommen wir ins Gespräch: Einfach hier oder per e-mail: praxis@55plus-coach.com


7 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
abstrakte Struktur
Nutzen Sie die Gelegenheit zum 
unverbindlichen Kennenlern-Gespräch
in meiner Praxis in Linz

aktueller Newsletter "Warum es Sinn macht, sich frühzeitig auf die Pension vorzubereiten"

MARIA TOPF

Senior Coach