Warum es Sinn macht, sich frühzeitig auf die Pension vorzubereiten


Auch wenn Sie vielleicht denken, es ist noch genug Zeit und auch wenn Sie das Thema so unangenehm berührt, dass Sie alle Gedanken daran am liebsten verdrängen: es gibt viele gute Gründe, sich auf das „nachberufliche“ Leben entsprechend vorzubereiten. Denn: wer nicht plant, dem „passiert“ das Leben einfach. Möglicherweise rutschen Sie in Situationen, die Sie nicht wollten. Und dann ist es oft schwierig, das Ruder noch einmal herum zu reißen.


Niemandem würde einfallen, völlig unvorbereitet in den Beruf einzusteigen, nur weil die Anzahl der Lebensjahre sagt, es ist Zeit dazu. Die Vorbereitung auf den Beruf erfolgt äußerst sorgfältig, beginnt schon im Kindesalter mit der Wahl der entsprechenden Schule. Und jetzt, mit 60/65 soll man einfach so, von einem Tag auf den anderen, in ein neues Leben stolpern?

Dieses Leben „danach“ besteht nicht mehr nur aus ein paar Jahren, so wie früher. Den Pensionisten von heute erwarten gut und gerne 20 Jahre oder mehr, die meisten davon bei bester Gesundheit. Da lohnt es sich, eine aktive Rolle einzunehmen und das „Leben nach dem Beruf“ selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und auch entsprechend vorzubereiten.

Die guten Gründe, die dafür sprechen sind unter anderem:

1. Es geht um Ihr Leben, um Ihre Lebensgestaltung. Es geht darum, was Ihnen wirklich wichtig ist und wie Sie Ihr zukünftiges Leben gestalten möchten. Wir reden von einem komplett neuen Lebensabschnitt, es geht um 20 – 25 Lebensjahre

2. Ein wichtiger Grund, sich bereits einige Zeit vor Antritt der Pension vorzubereiten, ist auch die Klärung des finanziellen Rahmens. Diese Klärung der Fakten hilft gegen die diffuse Angst, im Alter nicht genug für das gewünschte Leben zu haben. Je früher Sie darüber Klarheit haben, desto leichter ist es möglich, auch über Alternativen nachzudenken und diese Alternativen auch entsprechend zu gestalten.

3. Wenn Sie heute schon wissen, wie Ihr „Leben danach“ ausschauen soll, können Sie bereits jetzt kleine Schritte ausprobieren. Vielleicht möchten Sie mit einem ganz neuen Thema noch einmal durchstarten, z.B. die Fotografie liegt Ihnen am Herzen, sie könnten sich uU auch berufliches Engagement als Fotograf vorstellen, so können Sie sich bereits jetzt einen Plan zu rechtlegen, eine entsprechende Ausbildung starten und Kurse besuchen.

Oder Sie wollen später im Ausland leben, dann könnten Sie vor Antritt der Pension mit kürzeren Auszeiten prüfen, ob Ihnen das tatsächlich gefällt. Ideal ist, wenn Sie sich in Zukunft mit einem längeren Projekt beschäftigen wollen (z.B. ein Studium in Angriff nehmen) und nicht eine Fülle von kleinen Projekten definieren.

4. Es geht um eine „erfüllte Zeit“ in der neuen Freiheit. Statt der Angst vor der Leere erwarten Sie bei entsprechender Vorbereitung spannende Projekte, neue Themen, neue Kontakte, neue Erkenntnisse.

5. Es geht auch um ein neues Selbstverständnis. Die Frage „wer bin ich, wenn ich nicht mehr arbeite“ ist für Menschen, die sich stark mit ihren beruflichen Aufgaben identifiziert haben, von essentieller Bedeutung. Damit einhergehend ist auch die Neu- und Umgestaltung der sozialen Beziehungen und auch in der Partnerschaft eine wichtige Aufgabe.


Sie sehen also, es ist genug zu tun. Wenn Sie sobald als möglich mit der Planung beginnen, gelingt Ihnen auch mit ziemlicher Sicherheit ein „sanfter Übergang“ ins nachberufliche Leben. Vielleicht wollen Sie auch „ausgleiten“. Länger arbeiten bei geringerer Jahres- oder Wochen-Arbeitszeit. Sie können sich das ausführlich – auch unter Einbeziehung der Pläne des Partners – überlegen und dann mit Ihrem Arbeitgeber die entsprechenden Vereinbarungen treffen.

Wichtig ist aber auch auf jeden Fall, sich eine entsprechende Auszeit nach dem Pensionsantritt zu gönnen. Sie sollten einfach einmal mehrere Monate wirklich nichts tun, dem Müßiggang frönen, Versäumtes nachholen, wie zum Beispiel längere Urlaube in Gegenden, die Sie immer schon kennenlernen wollten. Diese Auszeit tut dem Körper und der Seele gut. Allerdings nur, wenn Sie im Rahmen Ihrer Vorbereitung einen Zeitpunkt für den bereits geplanten Neustart auch festgelegt haben. Denn sonst werden Sie schnell feststellen: immer nur Freizeit- und Urlaubsfeeling ist nur bedingt erfüllend.


Ideen für bereichernde Projekte im Ruhestand gibt es viele. Ich will hier nur eine kleine Auswahl auflisten:

Weltreise mit Campingbus

Ein Studium

Kunst und Kultur: ein Instrument spielen, in einer Gruppe musizieren, malen, fotografieren,…..

Ehrenamtliches Engagement im Sportverein, beim Roten Kreuz, Nachbarschaftshilfe, Tafel, Oma und Opa sein – auch leihweise, Tierschutz,…

Politisches Engagement, Mitarbeit in einer Partei, in der Gemeinde

Sportliche Aktivitäten, Golfclub, Wandergruppe, gemeinsame Radtouren, Yoga …

Naturbeobachtungen, Garten, rund ums Haus,

etwas sammeln, Sammlung perfektionieren, mit Gleichgesinnten in Kontakt sein

Bloggen rund um ihr Lebens-Thema


Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Aber Sie müssen eine Entscheidung treffen, worin Ihr zukünftiger Schwerpunkt liegen soll. Mal diese, mal jenes ausprobieren ohne Plan, ist in den seltensten Fällen wirklich befriedigend. Sie sind aufgefordert, sich selbst neu zu entdecken, neu kennenzulernen und sich dann auf den Weg zu machen.


Wir von 55plus-coaching unterstützen Sie gerne bei Ihrer Vorbereitung.

Kommen wir ins Gespräch: praxis@55plus-coach.com oder +43 664 4101617


Dieser Blogbeitrag basiert auf dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 21.7.2021 zum Thema „Nach der Arbeit“ von Nicole Grün (Interviews mit Gudrun-Behm Steidel und Katharina Mahne).

Leseempfehlung dazu auch:"Zeit für Neues" von Iris Seidenticker, dtv

"Endlich im Ruhestand - und jetzt?" von Andreas Bergmann

"Pension - Lust oder Frust?" von Leopold Stieger, edition va bene


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MARIA TOPF

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