Warum das Gespräch mit Freunden oft nicht reicht

Mir als Coach und psychologischem Berater wird oft die Frage gestellt: "was unterscheidet das Gespräch mit dem Coach von dem Gespräch mit dem besten Freund, der besten Freundin, der Schwester, dem Bruder?


Es ist eine gute Frage. Schließlich kann uns ein Gespräch mit einem engen Freund eine Menge an Möglichkeiten zeigen an die wir nicht gedacht haben. Mit jemandem in unserer Familie zu sprechen, kann tröstlich sein. Diese Gespräche im vertrauten Kreis Gespräche können uns sehr viel Halt und Unterstützung geben. Meist ist es genau das, was wir brauchen. Manchmal zeigen sich aber auch Einschränkungen und Grenzen.



Gespräche mit Freunden oder Familienmitgliedern

Unsere Freunde oder Familienmitglieder kennen uns außerordentlich gut, oft von Kindesbeinen an. Manchmal kennen sie uns auch besser, als wir uns selbst und sie können unsere Handlungen und Sichtweisen, unsere Probleme und Schwierigkeiten nur allzu gut verstehen. Sie wissen, wie wir normalerweise "ticken", sie kennen unsere Partner, die anderen Freunde, die Situation im Beruf, unsere Stärken unsere Schwächen. Sie wissen einfach über sehr viel Bescheid und haben oft ein sehr klares Bild von uns und unserer Situation. Aus diesem Grund werden die Gespräche mit Freunden (und auch Familienmitgliedern) wahrscheinlich so oder so ähnlich ablaufen:

  • Freunde ergreifen Partei: das ist üblich und wir erwarten es sogar von den Menschen, die uns nahestehen. Wir wollen uns von Freunden eher bestätigt sehen, denn gefordert, über andere Perspektiven oder Sichtweisen nachzudenken.

  • Freunde trösten, bedauern und/oder besänftigen uns: Unsere Freunde wollen uns nicht verletzt oder uns traurig, wütend oder mutlos sehen. Freunde sind eher bestrebt, die Zuversicht in uns zu wecken, sie werden uns sagen wollen, dass "alles halb so schlimm ist" oder dass "alles wieder gut wird" oder die "Zeit es schon richten wird".

  • Freunde lenken uns ab: Genau wie Eltern mit ihren Kinder bei Trauer oder Schmerz, möchten unsere Freunde uns vielleicht ablenken, uns aufmuntern. Sie wollen uns das Positive zeigen, auch wenn wir noch lange in der Problemsituation verharren und ein anderer Blickwinkel noch gar nicht möglich ist.

  • Freunde laufen Gefahr, unsere Geschichte mit anderen zu vergleichen: Der Freund vom Freund, der vielleicht etwas Ähnliches erlebt hat dient als "gutes Beispiel". Sie erzählen, was geschehen ist und wie das Problem gelöst bzw mit der Situation bereinigt wurde.

  • Freunde sagen uns ihre eigene Meinung: Wenn wir eine schwierige Zeit durchmachen, werden sie wahrscheinlich Vorschläge machen, was sie an unserer Stelle tun würden oder wie sie glauben, wie wir unsere Situation verbessern könnten. Das kann zwar eine geeignete Möglichkeit sein, die Situation zu verändern, sie können mit den Vorschlägen und Ideen aber auch ganz daneben liegen. Wie man oft so schön sagt: "Ratschläge sind auch Schläge".

  • Freunde trösten und helfen uns oft mit einer Umarmung: Eine gut gemeinte Umarmung von jemandem, dem wir vertrauen und dem wir nahe stehen, kann schwierige Zeiten leichter bewältigen lassen.

Natürlich ist all das die meiste Zeit genau das, was wir suchen und brauchen. Solche Gespräche bringen uns einander näher und stärken unsere Beziehung.

Es gibt jedoch Situationen, Probleme, Krisen, Umbrüche im Leben, in denen sich unsere Gedanken im Kreis drehen und wir - allen Ermunterungen, Beispielen und Ideen zum Trotz - nicht auf die Geschichten anderer Leute hören oder einen simplen Rat annehmen können. Unsere Freunde tun ihr Bestes, aber die Gespräche führen oft in eine frustrierende Sackgasse, wir fühlen uns von allen und jedem unverstanden.


Dann ist es an der Zeit, einen Berater oder Coach aufzusuchen!


Das Gespräch, das wir in der Praxis führen, geht tiefer als jedes Gespräch außerhalb. Ein Coach ist kein Freund, er wird Sie nicht trösten, keine Vorschläge machen oder Ihre Gefühle abschwächen. Stattdessen wird der Coach mit Erfahrung, Mitgefühl und Empathie, gemeinsam mit Ihnen neugierig auf Ihre aktuelle Lebenssituation schauen und versuchen, alle möglichen Blickwinkel einzufangen.


In der Beratung steht der Klient mit seinem Anliegen im Mittelpunkt des Gesprächs. Der Coach konzentriert sich mit seinem Klienten, auf das, was im Moment wichtig ist. Ein Coach bringt hier nicht seine eigenen Erfahrungen ins Spiel, er gibt keine Ratschläge sondern hilft seinem Klienten, die eigenen Ideen, Wünsche, Kräfte zu entdecken.

Coaches und psychologische Berater sind neutral. Sie sind die Beobachter ihrer Klienten und

werden ihre Überzeugungen und Werte in Frage stellen. Das ermöglicht einen Blick auf unsere Annahmen übers Leben und unsere Glaubenssätze. Der Klient erfährt, wie sich das auf ihn, seine Gefühle und seine Handlungen auswirkt. Durch diese Erkennen entstehen neue Optionen um einschränkende Gedanken und nicht mehr hilfreiche Verhaltensweisen zu ändern.

Coaches und Lebensberater und natürlich auch Psychotherapeuten haben im Rahmen ihrer Ausbildung Fähigkeiten entwickelt, die helfen:

  • sich aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten

  • negative Gedanken und Verhaltensweisen, die uns behindern, aufzudecken

  • mehr Selbstwertgefühl und Vertrauen zu entwickeln

  • neue Handlungsoptionen zu entwickeln

  • ein neues Verständnis von der Welt zu erlangen

  • Resilienz und Problem-Bewältigungsstrategien zu entwickeln

  • Stärken und Fähigkeiten, die wir bisher nicht kannten, zu nutzen.

Wir alle brauchen unsere Freunde und unsere Familie. Sie geben uns Halt, Trost, Geborgenheit und verbinden uns mit dem Rest der Welt.

Doch hin und wieder gibt es nichts, was das offene, neutrale Gespräch ersetzen kann, das wir mit unserem Coach, Berater oder Therapeuten führen können. Ein Gespräch, das uns neue, ungeahnte Perspektiven eröffnen kann.

Wenn Sie an einem Gespräch mit mir interessiert sind: ich biete die Möglichkeit, mich und meine Arbeitsweise in einem 1/2 stündigem Gratis - Gespräch kennen zu lernen. Schreiben Sie mir ein e-mail: praxis@55plus-coach.com oder rufen Sie mich zur

Terminvereinbarung an: +43(0)6644101617

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